Mobiles Kompetenzteam Bayern Freiwilligendienste aller Generationen
Newsletter 05/2011
Ein letztes Mal

Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr neigt sich dem Ende – genau wie die Förderphase des Bund-Länder-Programms „Freiwilligendienste aller Generationen”.
Seit 2009 haben mit Unterstützung der verschiedenen Mobilen Teams und Qualifizierungsträger deutschlandweit zahlreiche Träger, Einsatzstellen und vor allem die Freiwilligendienstleistenden selbst den neuen Freiwilligendienst gestaltet und in ihrem Bundesland flächendeckend ausgebaut.
Diese letzte Ausgabe unseres Newsletters möchte Sie besonders darüber informieren, wie es ab 2012 mit den FDaG weiter geht und wer Ihnen bei allen Fragen rund um das Engagementformat zur Verfügung steht. Natürlich berichten wir Ihnen auch, was in den letzten Wochen im bayerischen FDaG passiert ist.
Alle bisherigen Ausgaben des Newsletters finden Sie auch künftig noch auf unserer Homepage www.fdag-bayern.de. Viel Freude beim Lesen!

Ihr Mobiles Kompetenzteam Bayern der Freiwilligendienste aller Generationen

Bitte beachten Sie: Unser Büro ist bis einschließlich Mittwoch, den 21.12.2011 besetzt – danach nicht mehr. Bitte senden Sie uns daher noch fehlende Unterlagen, Abrechnungen usw. schnellstmöglich zu. Vielen Dank!
UNSERE THEMEN IM ÜBERBLICK 
Weiterförderung auf Bundes- und Landesebene
FDaG in Bayern ab 2012
Veranstaltungskalender
Statistik
Weiterförderung auf Bundes- und Landesebene
Weiterförderung auf Bundes- und Landesebene nach oben
Fest steht: die Förderphase der FDaG läuft zum Jahresende planmäßig aus. Das bedeutet, dass es das Bund-Länder-Programm in bisheriger Form nicht mehr geben wird. Fest steht aber auch, dass die FDaG als ein Engagementformat im Bürgerschaftlichen Engagement weiterhin gesetzlich verankert bleiben (§2 Abs. 1a SGB VII).
Der aktuelle Stand auf Bundes- und Landesebene bezüglich einer Weiterfinanzierung des gerade wachsenden Freiwilligendienstes ist zwar noch wenig konkret, lässt aber hoffen. Die Entwicklungen im Einzelnen:
  1. Bei der 18. Sitzung des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagment vom 26.10.2011 sprach Dieter Hackler (Leiter Abteilung 3 Ältere Menschen im BMFSFJ) über die positiven Ergebnisse, die in den FDaG erzielt werden konnten. Alle Länder seien sich einig, dass das Format fortgeführt werden sollte (siehe Punkt 2). „Das Ministerium würde gerne erreichen, wenn sich das bewährte Modell [...] in der Fläche ausbreiten und in die Curricula der Mehrgenerationenhäuser integriert würde.” Zudem signalisierte Hackler Gesprächsbereitschaft mit den Ländern und erkannte, dass beide – Bund und Länder – in der Verantwortung stünden.
  2. Mit einem Beschluss bei der 88. Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) vom 23. + 24.11.2011 machten alle 16 Bundesländer ihr Interesse an einer Weiterförderung der FDaG deutlich. Sie forderten den Bund auf, „einzelne Bausteine auch in den kommenden Jahren zu fördern”. Dazu zählen insbesondere die Qualifizierung und Koordinierung des Engagementformats.
  3. Mit einem Antrag im Deutschen Bundestag vom 30.11.2011 (Drucksache 17/7980) forderte die SPD-Fraktion die Bundesregierung auf, die Förderung für die FDaG zu verstetigen und machte konkrete Vorschläge. Neben der rechtlichen Verankerung des Trägerprinzips und der Vorlage eines Freiwilligendienstestatusgesetzes gehörte auch dazu ein Freiwilligendienstangebot für Menschen über 27 Jahre nicht weiter im Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu realisieren, sondern stattdessen die FDaG zu verstetigen. Die große Kritik der SPD liegt darin, dass die Bundesregierung „kein schlüssiges Konzept für die Aufrechterhaltung eines geregelten und niedrigschwelligen Freiwilligendienstes für ältere Menschen” hat.
  4. Am 09.12.2011 hatte das BMFSFJ zu einer Abschlussveranstaltung für die FDaG nach Erfurt geladen. In seiner Ansprache würdigte Staatssekretär Josef Hecken die Erfolge des Programms und gab Einblicke in die aktuellen Überlegungen des Ministeriums. So sieht er die Fortführung der FDaG innerhalb des BFD, ohne dieser zu werden – mit einem eigenen Format könne sich der FDaG unterscheiden. Dazu gehörten weiterhin verlässliche Rahmenbedingungen, persönliche Ansprache und Qualifizierung, ein Umfang von 6-8 Wochenstunden und eine Altersgrenze. Nicht dazu gehören sollte jedoch das Zahlen eines Taschengeldes. Um ein Anschlussformat für die FDaG zu realisieren, müssten die Länder nach ihrem ASMK-Beschluss (siehe Punkt 2) ein Änderungsbegehren bezüglich des BFD-Gesetzes einreichen.
  5. Zum diesjährigen Fachtag der FDaG in Bayern überraschte Staatssekretär Markus Sackmann (StMAS) mit folgender Zusage: „Auch wenn der Freistaat nicht die gesamten Kosten für eine Fortführung des Programms übernehmen kann, so werden wir jedoch zukünftig die Kosten für die Qualifizierung der Freiwilligen übernehmen: Mit 40€ pro Bildungstag in der bisher vom Bund geleisteten Höhe!”
Für einen nahtlosen Übergang in ein Folgeprogramm der FDaG kommen die Überlegungen auf Bundes- und Landesebene zu spät. Die Signale lassen jedoch hoffen, dass die FDaG in einer anderen Form als bisher auch nach 2011 weiter umgesetzt werden können.

Ab 2012 wird es die FDaG in bisheriger Form nicht mehr geben.
FDaG ab 2012 in Bayern nach oben
Die FDaG wird es in bisheriger Form nicht mehr geben: mit Auslaufen des Förderzeitraumes stehen ab 2012 vorerst keine weiteren Mittel für die Arbeit des Mobilen Kompetenzteams als Koordinierungsstelle zur Verfügung. Das bedeutet: das kostenfreie Beratungsangebot für Träger und Kommunen wird eingestellt, lokale Einsatzstellen und lokale Aktionen werden nicht weiter bezuschusst und die Trägerpauschale nicht mehr angeboten. Das Land Bayern hat zwar zugesichert, die Qualifizierungsmittel weiter zu finanzieren, aber wie Beantragung und Abruf der Mittel erfolgen sollen, ist noch unklar.
Es gibt aber auch positive Meldungen. So haben die acht Regionalberater_innen des Mobilen Kompetenzteams erklärt, auch ab 2012 für Engagementberatungen in Einrichtungen und Kommunen zur Verfügung zu stehen. Eine Übersicht über die entsprechenden Regionen und Kontaktdaten finden Sie auf www.fdag-bayern.de. Die Homepage selbst wird auch weiterhin online sein.
Für all die Interessierten und Programmbeteiligten, die die FDaG auch ab 2012 weiter umsetzen werden, steht künftig die lagfa bayern als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Neben Geschäftsführer Wolfgang Krell erreichen Sie die Mitarbeiterinnen Claudia Müller und Evelyn Baur folgendermaßen:

lagfa bayern e.V., Philippine-Welser-Straße 5a, 86150 Augsburg
Telefon: 0821 / 450422-20 (Dienstag bis Donnerstag, 9-12 Uhr)
Fax: 0821 / 450422-15
E-Mail: info@lagfa-bayern.de
Internet: www.lagfa-bayern.de

Das bisher zuständige Referat im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen erreichen Sie folgendermaßen:

StMAS – Referat III 5 Bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt, Freiwilligendienste, Hospiz
Winzererstraße 9, 80797 München
Telefon: 089 / 1261-1273
E-Mail: juliane.freund@stmas.bayern.de
Internet: www.stmas.bayern.de

Damit die Erfahrungen und Erkenntnisse der FDaG nicht verloren gehen, arbeitet das Mobile Kompetenzteam an einer Dokumentation, die die Entwicklung der FDaG in den vergangenen Programmjahren im Freistaat Bayern abbildet. Die Dokumentation erscheint Ende 2011 und kann bei der lagfa bayern e.V. kostenfrei angefordert werden.

Ab 2012 wird die lagfa bayern Ansprechpartnerin in allen Belangen rund um die FDaG im Freistaat sein.

Veranstaltungskalender nach oben
Rückblick: Fachtag am 25.10.2011 in München
Der diesjährige Fachtag war gleichzeitig die Abschlussveranstaltung der FDaG in Bayern – vielleicht ein Grund, warum so viele Interessierte den Weg nach München fanden. Um alle 80 Gäste unterzubringen, mussten sogar weitere Stühle beschafft werden. Besonderes Interesse galt der Rede von Staatssekretär Markus Sackmann (StMAS), der Ehrenamt und Bürgerschaftliches Engagement würdigte, einen Überblick über die Arbeit des StMAS und eine Einschätzung zu den FDaG gab. Seine Zusage zur Weiterfinanzierung der bisherigen Qualifizierungsmittel ab 2012 (siehe oben) sorgte für ein wenig Zuversicht bei den Programmbeteiligten. Nach einem Rückblick über die Entwicklung des Bund-Länder-Programms im Freistaat, machte Wolfgang Krell (lagfa bayern e.V.) noch einmal die Bedeutung der FDaG in der Engagementlandschaft deutlich und gab einen Ausblick, wie sich das Format auch in Zukunft vor Ort etablieren kann. Von ihren Erfahrungen aus der FDaG-Praxis berichteten die Leuchttürme und Träger selbst. So stellte Karlheinz Sölch (Treffpunkt Ehrenamt des Landkreises Cham) das grenzüberschreitende Projekt „Cham bewegt (sich)” vor. Sylvia Bogenreuther (Freiwilligenagentur SonnenZeit Ansbach) erzählte vom Projekt „F-Kompass – Frauen orientieren sich”, mit dem die FDaG zielgruppenspezifisch umgesetzt werden. Während des Erfahrungsaustausches unter den Gästen wurden mit Hilfe der vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft zunächst die Erfolge der FDaG herausgearbeitet, ehe dann Ideen und Wünsche für die Zukunft formuliert wurden. Angefangen beim weiteren interregionalen Austausch und Vernetzung über Best-practice-Beispiele und ein Gesamtkonzept zu Freiwilligendiensten bis hin zu Bürgerschaftlichem Engagement als Schulfach waren kreative Ergebnisse dabei.

Rückblick: Freiwilligentag am 11.11.2011 in Ingolstadt
Ganz im Zeichen der Anerkennung stand das landesweite Treffen der Engagierten im bayerischen FDaG. Gemeinsam mit dem Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement hatte das Mobile Kompetenzteam nach Ingolstadt geladen. Als Dankeschön gab es gleich zu Beginn für jede_n einen Weihnachtsstern und echte Nürnberger Lebkuchen. Während des „Wertschätzenden Austausches” berichteten die Freiwilligendienstlistenden über persönliche Motivationen, Erfahrungen und Visionen zum Freiwilligendienst. Einig waren sich die Teilnehmenden vor allem darüber: freiwilliges Engagement macht Spaß und stärkt das eigene Selbstbewusstsein, Feedback und Vernetzung sind wichtige Aspekte im Freiwilligendienst. Nach einem italienischen Mittagsessen folgte ein abwechslungsreiches Programm aus Geist und Witz. Den Anfang machte hier der Nürnberger Wortakrobat Dr. Oliver Tissot, der mit „Freiwillige? Comedy oder Komme di net” den Freiwilligendienstleistenden auf seine ganz eigene Art dankte und kreative Tipps gab, das freiwillige Engagement im persönlichen Umfeld bekannt zu machen. Im Anschluss gab die ehrenamtliche Stadtführerin Brunhild Süßbauer Einblicke in die Geschichte von Ingolstadt und führte die Teilnehmenden zum Familiencafé, ein Projekt das im Rahmen der FDaG entstand. Hier bildete Christel Opp mit ihrer „Ballade für Cello und Ehrenamt” den Abschluss für einen gelungenen Freiwilligentag.

Rückblick: Fortbildungsreihe
Am 17.11.2011 fand in Landau letztmalig eine Veranstaltung im Rahmen der Fortbildungsreihe „Versicherungsschutz im Bürgerschaftlichen Engagement” statt. Gemeinsam mit Referent Malte Jörg Uffeln (Rechtsanwalt aus Gründau, Hessen) und dem örtlichen Träger (dieses Mal die FreiwilligenAgentur Dingolfing-Landau) organisierte das Mobile Kompetenzteam noch einmal die beliebte Fortbildung. In diesem Jahr wurden damit bayernweit 13 Veranstaltungen mit insgesamt 439 Teilnehmenden durchgeführt.




In den letzten Wochen gab es noch einige Veranstaltungen zu den FDaG in Bayern: den Fachtag in München, den Freiwilligentag in Ingolstadt sowie die Fortbildung in Landau.
Statistik nach oben
Entwicklung des FDAG in Bayern
Entwicklung der Anzahl an Freiwilligendienstleistenden im bayerischen FDaG.

Gerade im letzten Programmjahr nahmen die FDaG eine positive Entwicklung in Bayern.
Allein seit April 2011 konnten 9 neue Träger gewonnen werden. Insgesamt haben sich 29 Einrichtungen bzw. Kommunen für eine Trägerschaft im FDaG entschieden. 19 von ihnen vermitteln derzeit aktiv Freiwilligendienstleistende in nahezu 100 Einsatzstellen in ganz Bayern, die vielfältige Engagementbereiche bieten.
Die Anzahl der Freiwilligendiestleistenden entwickelte sich ebenfalls kontinuierlich. Zum Stichtag 31.10.2011 haben 224 Menschen einen FDaG im Freistaat geleistet, in der gesamten Programmlaufzeit seit 2009 waren es ca. 450 Freiwilligendienstleistende.
Zum Schluss nach oben
Mit diesem letzten Newsletter möchte das Mobile Kompetenzteam die Gelegenheit nutzen, Danke zu sagen:
Danke an alle Freiwilligendienstleistenden, die mit ihrem Engagement, den FDaG mit Leben erfüllt haben;
Danke an alle Programmbeteiligte in den Trägereinrichtungen und Einsatzstellen, die mit hohem Einsatz die FDaG vor Ort umgesetzt haben;
Danke an alle Regionalberater_innen, die mit viel Geduld und Engagement, die FDaG in die Fläche getragen haben und beim Aufbau von zahlreichen Projekten begleitend tätig waren;
Danke an die Kolleginnen und Kollegen beim Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement und beim StMAS für ihre fachliche wie auch persönliche Unterstützung;
Danke an die lagfa bayern e.V. und die bagfa e.V. für die Integration in die Verbandsstruktur sowie tatkräftige Unterstützung bei der Koordinierung der FDaG;
Danke auch an alle Wegbegleiter, die sich bisher noch nicht wieder gefunden haben.
Schließlich wünschen wir Ihnen allen eine schöne Vorweihnachtszeit, ein Frohes Fest, erholsame Feiertage sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr und alles Gute für 2012!

Frohe Weihnachten und alles Gute für 2012!
Quelle: www.flash-screen.com
 
Copyright lagfa bayern e.V., alle Rechte vorbehalten

lagfa bayern e.V.: Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen und Freiwilligen-Zentren in Bayern e.V. vertreten durch:
Wolfgang Krell, Landesgeschäftsführer, Philippine-Welser-Str. 5a, 86150 Augsburg, www.lagfa.de

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